Wie der Koffer, so die Reise
Wenn Du zu den Menschen gehörst, die, gemessen am Durchschnitts-Nordeuropäer, etwas kürzer geraten sind, bekommst Du hier nun einen Anlass zum Feiern: Herzlichen Glückwunsch, in Japan erreichst Du vermutlich die Durchschnitts Größe. Du musst Dir dann nicht die quälende Frage stellen ob zehn Hosen und fünf Paar Schuhe wirklich ausreichen für Deinen Urlaub. Du kannst entspannt in Japan Kleidung shoppen gehen. Hier findest du eine genaue Größen-Umrechnung inklusive Anleitung zur Ermittlung der Maße, damit Du Dir beim Shoppen die richtige Größe schnappst.
Für alle anderen gilt: nicht verzagen! Ihr braucht Euren Koffer trotzdem nicht mit zu viel Kleidung vollzustopfen. Die großen japanischen Modelabels haben auch an große Ausländer gedacht und es gibt dort auch größere Größen zu kaufen. Außerdem könnt Ihr in beinahe jeder Unterkunft Eure Wäsche waschen und oft auch trocken — solange Eure Wäsche für den Trockner geeignet ist.
Eine Pack-Strategie ist alles
Du solltest Dir frühzeitig die Frage stellen, ob du lieber mit Rollkoffer unterwegs sein möchtest oder ein Rucksack für Dich besser geeignet ist. Das hängt natürlich immer von Deinem Reisestyle ab. Typischen Stadttourist rate ich eher zu einem Koffer. Darin bleibt alles schön ordentlich an seinem Platz und für kurze Wege, beispielsweise zu den Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel, eignet er sich hervorragend. In den Öffis solltest du Dein Gepäck so schnell und so gut wie möglich verstauen, damit auch andere Fahrgäste Platz finden.
Wenn Du aber eher wandern gehen willst, nimm lieber einen Rucksack mit, den Du auf Deine Körperläge einstellen kannst. Bei meiner letzten Reise habe ich einen Rucksack eingesetzt und war auch recht zufrieden damit; er fasste allerdings auch nicht 100 Liter. Beim nächsten Mal will ich meinem altbewährten Hartschalen-Rollkoffer den Vorzug geben. Der hat viel Platz und schützt durch seine Schale auch sensibles Gepäck, beispielsweise all die vielen Teile, die ich vor Ort shoppen möchte.
Bei zerbrechlichem oder sensiblem Gepäck packe ich alles immer in meine Wäsche ein. Socken eignen sich als perfektes Dichtmaterial, alles ruckelfest zu verstauen. Wenn Du Kleidung sehr ordentlich faltest oder rollst, kannst du Platz sparen und die Wäsche knittert nicht so sehr. Flüssigkeiten wie Duschgel, Getränke etc. verpacke ich noch einmal extra in wiederverschließbare Plastikbeutel, damit nicht alles ruiniert wird, falls doch etwas ausläuft.
Verlier' nicht die Nerven, falls Du an Deinem Ankunftsort doch noch bemerken solltest, dass etwas fehlt. Das lässt sich bestimmt in einem der Konbinis, Supermärkte oder Drogerien finden.
Für alle Fälle gerüstet
Vergiss die Reiseapotheke nicht. Als Anregung dafür liste ich Dir hier auf, welchen Inhalt ich stets dabeihabe:
- eigene Medikamente: falls Du regelmäßig etwas einnehmen musst
- Schmerzmittel: etwas Leichtes gegen allgemeine Schmerzen oder Kopfschmerzen, ggf. Schmerzmittel gegen Regelbeschwerden
- Sonnencreme und Aftersun: falls Du vor Ort den Sommer erleben möchtest
- Pflaster in verschiedenen Größen (ich selbst bestehe auf Kinderpflaster ;-))
- Blasenpflaster in verschiedenen Größen
- Desinfektionsmittel für Wunden (nicht für die Hände!)
- Durchfallmedikamente: Lass' Dich dazu in der Apotheke beraten.
- etwas für den Magen: Ich liebe es, neue Geschmackserlebnisse auszuprobieren, aber mein Magen mag das nicht immer. Lass' Dich auch hierzu in der Apotheke beraten.
- Erkältungsmedikamente: Auch hier frage bitte in der Apotheke nach.
- Wundsalbe, am besten jodhaltig
- Sportler-Kühl- oder Wärmegel: falls du wandern gehen willst
- Salbe gegen Gelenkschmerzen
- Bandagen: Vor allem wenn Du eher einen Trekking-Urlaub verbringen oder wenn Du grundsätzlich viel zu Fuß unterwegs sein willst, sind die eine gute Idee, um Fixier- oder Schonverbände anlegen zu können. Deine Reise bleibt hoffentlich ohne Verletzungen, aber ich selbst unterstütze damit beispielsweise auch meine persönlichen Kryptonit-Zonen (Knie und Sprunggelenke).
- Insekten- und Mückenabwehr bzw. Gel für die Behandlung von Stichen
- Reisetabletten: falls Du unter der Reisekrankheit leidest
Außerdem erleichtert es die Reise ungemein, ein paar nützliche Dinge mitzunehmen:
- Kofferwaage: Dieses kleine Ding, nur etwas größer als ein Stift, kann einem helfen zu entscheiden, wieviel Du noch shoppen kannst, bis das Maximalgewicht für Dein Fluggepäck im Flieger erreicht ist.
- viele Socken: Vergiss, was ich bisher geschrieben habe. Wer in Japan ein Wohnhaus betritt, zieht sich die Schuhe aus. Das gilt aber auch in Restaurants mit Teezeremonie und teilweise in Museen. Stell Dir vor, Du bist jetzt schon sechs Stunden lang in Deinen Schuhen herumgelaufen und sollst sie dann ausziehen ... Ich habe dann lieber ein frisches Paar strahlend weißer Socken dabei. Ich trage auch gerne mal Schuhe, zu denen einfach keine Socken passen, dann brauche ich eben auch welche, um ein Wohnhaus zu betreten. Oft erhälst Du leihweise auch Schlappen, die solltest Du aus hygienischen Gründen nicht barfuß verwenden. Achte bei Deinen Socken darauf, dass sie frei von Dreck und Löchern sind.
- Wörterbuch/ Übersetzungs-App: Nichts steht so stark zwischen Dir und den Menschen im fremden Land wie Verständigungsprobleme. Ich empfehle, mindestens ein gutes Wörterbuch mitzunehmen oder wahlweise sogar noch vor der Reise einen Japanisch-Kurs zu belegen.
- Gastgeschenke: Die werden wichtig, wenn Du irgendwo privat unterkommst. Japanische Gastgeber freuen sich vor allem über: Pumpernickel, verrückte Teesorten, Spekulatius und auch sonst alles, was mit Weihnachten zu tun hat, also beispielsweise Räuchermännchen mit Rauchzeug oder kleine Holzfiguren made in Germany.
- Adapter für die Steckdosen: Die solltest Du auf keinen Fall vergessen, hast Du aber ohnehin dabei, wenn Du Dir meinen Beitrag zum Handgepäck durchgelesen hast.
- große Kulturtasche: Neben den Hygiene-Artikeln im Handgepäck, die ich auch brauche, um mich an Bord oder gleich nach der Ankunft frischmachen zu können, nehme ich im Fluggepäck auch noch einmal eine große Kulturtasche. Dorthinein packe ich ein Nagel-Set, weitere Kosmetika und größere Packungen von Shampoo, Bodylotion und Sonnencreme, denn das ist in Japan sehr teuer.
- kleine (Umhänge-)Tasche: In meine passen meine Papiere, eine Halbliterflasche und ein Shopping-Beutel hinein. So muss ich nicht jeden Tag einen Rucksack dabeihaben.
- oder ein Tagesrucksack: Möglicherweise kannst Du dafür den Rucksack Deines Handgepäcks verwenden. Andernfalls solltest Du Dir für diesen Zweck einen weiteren Rucksack in den Koffer packen. Japan ist grundsätzlich stark urbanisiert. Nur auf Tagestouren durch die Natur solltest Du Dir ausreichend Wasser und etwas zu essen mitnehmen. Ansonsten kannst Du, genau wie in unseren Städten, vor Ort die meisten Dinge bekommen, die Du vielleicht vergessen hast.
Ein, zwei Koffer — nicht nur voller Abenteuer
Das Reiseabenteuer beginnt für mich immer schon beim Koffer oder Rucksack Packen. Mit all den Dingen, in die ich mich kleiden oder die ich verwenden will, packe ich auch meine Vorfreude, meine Aufregung und meine Erwartungen ein. Am liebsten gut und ruckelfest verstaut zwischen meinen unzähligen Paar Socken ;-)
Überlege Dir aber am besten schon beim Kofferpacken, was und wieviel Du aus Japan zusätzlich mit zurückbringen möchtest. Plane die Befüllung Deines Koffers entsprechend im Voraus. Je nach Freigrenze für Dein Fluggepäck lohnt es sich, Dir vor Ort einen zweiten Koffer zuzulegen, den Du dann mit all Deinen Errungenschaften füllen und mit nachhause nehmen kannst. 終